Erneut schreckliche Eskalation der Gewalt in der Öffentlichkeit
Schießerei in Hessen:
Erneut schreckliche Eskalation der Gewalt in der Öffentlichkeit
Hessen, 13.08.2008, Rücksichtslos und völlig ohne Hemmschwelle zur Gewaltanwendung, das sind die Merkmale der Schießerei in Hessen. Mindestens drei Personen sind bei einer Auseinandersetzung am Dienstag in einem Rüsselsheimer Eiscafé ums Leben gekommen, die Hintergründe liegen weitgehend im Dunkeln. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen an sich gezogen.
In Berlin erklärte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt: „Dies ist eine erneute schreckliche Eskalation der Gewalt, ausgetragen in aller Öffentlichkeit und offensichtlich völlig ohne Hemmungen, auch Unbeteiligte damit zu treffen. Die Tatsache, dass erneut Schusswaffen im Spiel waren, zeigt die Gefährlichkeit der kriminellen Szene insge-samt. Hier hat es eine dramatische Steigerung in den vergangenen Jahren gegeben, die noch anhält.
Auch die Polizei bekommt dies zu spüren, weit mehr als 25.000 Widerstandshandlungen registrieren wir jährlich, das waren vor zehn Jahren rund 5.000 weniger. Allein in Berlin gibt es täglich 9 Angriffe auf Polizisten, Tendenz steigend. Das Tragen von Waffen ist ebenso alltäglich geworden, wie ihre Anwendung. Nach seriösen Schätzungen existieren rund 30 Millionen Schusswaffen in Deutschland, die Gesellschaft ist längst bewaffnet, amerikanische Verhältnisse existieren bereits, nur die Politik nimmt sie nicht zur Kenntnis!“
Erst am vergangenen Wochenende waren vier bayerische Polizisten bei einem Volksfest in Max-hütte-Haidhof (Kreis Schwandorf) angegriffen und verletzt worden. Mehr als 100 Störer demolierten hemmungslos die Streifenwagen der Beamten, die Verstärkung musste aus weiter Entfernung anreisen.
Rainer Wendt: „Die Gewalt in Deutschland eskaliert zusehends, selbst bei alltäglichen Einsätzen sehen wir uns hemmungsloser Brutalität gegenüber. Der Abbau von über 10.000 Planstellen bei der Polizei in Deutschland macht sich täglich schmerzlich bemerkbar. Jeglicher weiterer Personalabbau ist deshalb verantwortungslos und für die Einsatzkräfte lebensgefährlich, das sollten alle diejenigen Länder bedenken, die noch weiter einsparen wollen.
Innere Sicherheit ist eine Kernaufgabe des Staates und ein Grundrecht für die Menschen in unserem Land. Die Politik in Bund und Ländern muss sich auf diese Kernaufgaben konzentrieren und auch den Einsatz von Steuermitteln entsprechend lenken.“
Quelle: Internet