2007

Es gibt keine GdP Personalratsfraktion in der Polizeidirektion Magdeburg mehr!

Nach Marina B. und Bernd A. habe nun auch ich meine Konsequenzen gezogen und habe nach über 15 Jahren der GdP den Rücken gekehrt. Die Personalratsmandate bleiben hiervon unberührt.

Damit stehe ich in „Tradition“ mit Wolfgang (Beule) G., Gregor H. und Cornelia S., alles langjährige ehemalige Funktionsträger der GdP, die „nach dem Blick hinter die Kulissen“ ihre Konsequenzen gezogen haben.

Genauso natürlich wie mit den Kollegen Olaf K., Stefan P. und vielen anderen Kollegen, die die Mitgliederzahlen allein in der Polizeidirektion Magdeburg von über 800 auf 500 in den letzten Monaten und Jahren schwinden ließen und weiter schwinden lässt.

Jeder von ihnen hat seine ganz persönlichen Enttäuschungen erfahren, die ihn zu diesem Schritt bewegt hat. Meine Enttäuschung ist es, in erster Linie, dass ich mein Engagement ernst gemeint habe. Und dann?

Wir bekamen keine Antworten auf unsere Fragen (z.B. im Vertrauensleutebericht vom 28.06.2006), wir erhielten keine Geschäftsberichte auf dem letzten Delegiertentag, nur ein falsches Ehrenwort über die Ordnungsmäßigkeit der Finanzen, es erfolgte keine Einhaltung unserer neuen basisorientierten Konzepte, es fand keine Gewerkschaftsarbeit u.a. mit den neuen Ersatzmitgliedern des Personalrates statt, es wurde keine Vertrauensleutewahlen in den Gewerkschaftsgruppen durchgeführt, es war keine Auseinandersetzung mit Sachthemen, mit Gewerkschaftsarbeit und Polizeiarbeit mehr möglich, weil es eben alles nur leere Wahlversprechen zur letzten Personalratswahl waren!

Tendenziös wurden jedoch meine Veröffentlichungen und mein E-Mail Verkehr in einem Ordner gesammelt und in einer Art Dossier über mich zusammengestellt, alles was man glaubte, später einmal gegen mich verwenden zu können. Über 500 Blatt in über zwei Jahren Vorstandsarbeit in ein und denselben Vorstand?!

Nun streitet man sich vor der Rechtsanwaltkammer über eine Kopie dieses Dossiers, aber der Ordner mit Vorstandsprotokollen und Beschlüssen wird weiterhin geheim gehalten, genauso wie der fragliche Kassenprüfbericht, der über die Verwendung unserer Mitgliedsbeiträge Auskunft geben sollte. Satzungstreue weit gefehlt?!

Vier Monate nach meinem Widerspruch an den Bundesvorstand zum gewerkschaftsinternen Ordnungsverfahren erfolgte immer noch keine Reaktion!
Und alle diese Vorgehensweisen wurden finanziert durch unsere eigenen Mitgliedsbeiträge?

Die Wählerinnen und Wähler haben die GdP immer wieder abgestraft in Magdeburg und anderswo. Auf der Suche nach dem warum, sind wir auf Ungereimtheiten gestoßen.

Rechtschutzanträge werden „mangels Aussicht auf Erfolg“ abgelehnt und Widersprüche nicht bearbeitet. Denn die GdP die hat immer Recht? Doch hat sie das wirklich, wenn sie solche Methoden benötigt?

Dafür mussten wir uns als Nestbeschmutzer und Diebe beschimpfen lassen, dabei haben wir nur die Mistforke bedient.

Allerdings gibt es Mobbingversuche. Immer mal wieder fordert man DPolG Mitglieder in leitenden Positionen auf, gegen mich vorzugehen. Im Glauben, die ganze Welt sei “Grün” und ich erfahre nichts davon.

Mittlerweile liegen die Fakten auf den Tisch. Das man vor uns als ordentlich gewählte GdP-Vorstandsmitglieder und GdP-Personalratsfraktion diese Vorstandsprotokolle und Berichte geheim hielt und weiterhin hält, erhärtet nur die Verdachtsmomente, dass da tatsächlich etwas Geheimzuhalten ist.

Es geht also nicht um sachliche Diskussion und Aufklärung von relevanten Sachverhalten, sondern um vermeintliche Machtansprüche. Basisdemokratie, Satzungstreue, ein Wir-Gefühl (wie von vielen Mitgliedern gewünscht, z.B. in der 5.EHu) sind weitgefehlt.

Behördentragende Meinungsbildung immer von Oben nach Unten, wie bei BSM, nun bei der Polizeistrukturreform, aber auch bei all den anderen mitbestimmungspflichtigen Erlassen und Verfügungen.

Dafür aber: ist dann ein „Gewerkschafts-Vorgesetzter“, „Dienst-Vorsitzender“ und „Rechtschutz-Mann“ alles in einer Person, somit kann alles Kurzerhand entschieden werden und dazu noch ein BG-Vorstand der sich selber wählt, dass nennt man kooptieren. In Vorbereitung der Polizeistrukturreform geht es dann wieder um Posten, Positionen und Freistelllungen.

Mit solchen geheimen Taktiken, kann man das Vertrauen der Öffentlichkeit, der Wählerinnen und Wähler und hunderter ausgetretener Mitglieder nicht zurückgewinnen. Dazu bräuchte man Ziele und langfristige Strategien. Ein einseitiges partei- oder behördentragendes Vorgehen wird sich auf die Dauer nicht für die GdP auszahlen, in der Polizeidirektion Magdeburg nicht und anderswo ebenso nicht.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Andreas Bartels