Land will mehr junge Polizisten einstellen
Donnerstag, Mai 6th, 2010Ab 2014 soll es jährlich 180 Neueinstellungen geben
Land will mehr junge Polizisten einstellen
Von Michael Bock
Finanzminister Jens Bullerjahn ( SPD ) hat gestern angekündigt, dass in Sachsen-Anhalt ab 2014 mehr junge Polizisten eingestellt werden sollen. Geplant sei, die Zahl der Neueinstellungen von 150 auf 180 pro Jahr zu erhöhen, sagte er bei einer Veranstaltung der Gewerkschaft der Polizei ( GdP ) in Magdeburg. Im Gegenzug soll in der Justiz mehr Personal als bisher vorgesehen wegfallen.
Magdeburg. Bullerjahn warb bei der GdP-Sicherheitskonferenz um Verständnis für den geplanten Personalabbau im öffentlichen Dienst. Angesichts knapper Kassen will die Regierung die Zahl der Landesbediensteten bis zum Jahr 2020 von derzeit rund 60 000 auf 43 000 reduzieren.
Vor allem bei Lehrern und Polizisten soll der Rotstift angesetzt werden. So ist geplant, die Stellenzahl im Polizeivollzug bis zum Jahr 2020 von knapp 7000 auf rund 5400 senken. Vorgesehen ist zudem, die Stellenzahl in der Polizeiverwaltung von derzeit mehr als 1400 auf 860 zurückzuführen.
Die GdP sieht allerdings schon jetzt in vielen Bereichen das Ende der Fahnenstange erreicht. Der Landesvorsitzende Uwe Petermann kritisierte bei der Veranstaltung, dass der Personalabbau um knapp ein Viertel des bisherigen Bestandes vor dem Hintergrund eines ” unveränderten Einsatzgeschehens und einer zunehmenden Aufgabenvielfalt ” erfolge.
Er verwies darauf, dass das Personal der Polizei überaltert sei – das derzeitige Durchschnittsalter liegt bei knapp 46 Jahren. Zudem, so Petermann, ” ist die Krankenquote exorbitant hoch “. Laut seinen Angaben fehlen derzeit knapp 600 Polizisten im Land krankheitsbedingt.
Die GdP stellte gestern einen Forderungskatalog auf, der eine Verbesserung der Altersstruktur durch ” mindestens 200 Neueinstellungen ” pro Jahr beinhaltet. Zudem verlangte die Gewerkschaft unter anderem ein Beförderungskonzept und einen höheren Anteil von Bediensteten im gehobenen Dienst. Die Fortbildung müsse intensiviert werden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit seien zu fördern.
Innenminister Holger Hövelmann ( SPD ) schloss sich den Gewerkschaftsforderungen vom Grundsatz her an. Auch er sprach sich für einen höheren Neueinstellungskorridor, mehr Qualifizierungsangebote und bessere Beförderungsmöglichkeiten aus. Mit Blick auf den hohen Krankenstand sagte er : ” Möglicherweise befördert das Arbeitsklima die gesundheitliche Beeinträchtigung. ” Die psychische Belastung im Polizeialltag nehme zu.
Finanzminister Bullerjahn betonte, dass es beim geplanten Personalabbau im öffentlichen Dienst bleiben müsse. Damit werde im Jahr 2020 die Zielzahl von 19 Bediensteten auf 1000 Einwohner erreicht. Somit könnten jährlich rund 500 Millionen Euro an Personalkosten eingespart werden, erklärte er.
Laut Bullerjahn ist diese Zielzahl im Ländervergleich ” nicht unbedingt die schärfste. Wir haben schon versucht, das Mittelmaß zu finden “.
Zugleich sagte Bullerjahn erstmals öffentlich, dass der jährliche Einstellungskorridor im Polizeivollzug um 30 auf 180 erhöht werden soll. Deswegen sollen ab 2011 mehr junge Polizisten als bislang geplant an der Polizeihochschule Aschersleben ausgebildet und nach drei Jahren in den Landesdienst übernommen werden.
Dafür soll im Justizbereich mehr Personal als bislang geplant wegfallen. Hintergrund ist, dass in Sachsen-Anhalt die Zahl der Gefangenen entgegen bisheriger Annahmen seit Jahren deutlich zurückgeht.
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Dokument erstellt am 14.04.2010 um 05:48:53 Uhr
Erscheinungsdatum 14.04.2010 | Ausgabe: mdx

