Truppe schrumpft
Freitag, Mai 7th, 2010Schleichender Abbau seit Gründung der mobilen Pedal-Einsatzgruppe /
Truppe schrumpft von sieben auf zwei zusammen
Von der viel gelobten Fahrradstaffel bleibt nur ein “Stäffelchen” übrig
Von Matthias Fricke
Die Einführung der Fahrradstaffel 2002 auf dem Ulrichplatz.
Von ursprünglich 5 wurde zwischenzeitlich die Zahl der Polizisten auf 7 erhöht. Insgesamt sollte die Truppe unter dem damaligen Innenminister Klaus Jeziorsky sogar auf zehn aufgestockt werden, was aber nie geschah.
Aus Magdeburgs Vorzeige-Fahrradstaffel ist inzwischen nur noch ein kleines Stäffelchen geworden. Genauer gesagt gibt es statt der bisher fünf bis sieben dauerhaft radelnden Beamten nur noch zwei Radfahrpolizisten. Die beiden erhalten nur bei besonderen Einsätzen Unterstützung von zwei weiteren fahrradbegeisterten Kollegen. Das räumte Revierleiter Wolfgang Fritzlar gegenüber der Volksstimme über die Pressestelle ein. Der Grund sei der allgemeine Personalabbau.
Das “Fahrradstäffelchen” heute: Polizeikommissar Ralf Köhn und Polizeiobermeister Dennis Lösche
auf einer Wiese im Stadtpark. Nur bei “Einsätzen”, wie der Begleitung von Radtouren oder Skatern, werden die Beamten noch sporadisch von zwei weiteren Beamten unterstützt.
Magdeburg. Erst am 7. Mai vergangenen Jahres hatte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann zum Fototermin auf dem Domplatz eingeladen. Der Grund war die Einrichtung von neuen Fahrradstaffeln in anderen Städten neben den bisherigen Vorreitern Magdeburg und Halle. In einer damals herausgegebenen Pressemitteilung heißt es wörtlich: “Die Fahrradstaffeln haben das Ziel, die Präsenz der Polizei in den Innenstädten sowie in den Bereichen, welche mit dem Pkw nicht oder nur schwer erreichbar sind, zu erhöhen.”
Weiter heißt es: “Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Fahrradstaffeln der Polizei das Leben in Sachsen-Anhalt ein Stück sicherer werden lassen.” Angesichts der realen Umstände, die sich auch schon vor einem Jahr nach Angaben der Polizisten so abgezeichnet haben sollen, hören sich die Sätze für Magdeburgs Polizeibeamte wie eine Farce an.
Denn von den zeitweilig sieben Fahrradpolizisten nach der Gründung der Sondereinheit im Jahr 2002, ursprünglich hatte die Polizeiverwaltung sogar zehn Fahrräder angeschafft, blieben dauerhaft nur noch zwei Beamte als reguläre Fahrradpolizisten übrig.
Um in den rund 20 Quadratkilometern Grünanlagen, Parks und Friedhöfen die versprochene Präsenz zu zeigen, müssten die beiden Männer wohl mächtig in die Pedalen treten. Zwei weitere Polizisten mit Fahrraduniformen könnten zwar bei größeren Einsätzen, wie der Begleitung von großen Fahrradkonvois oder Skatern, sporadisch den beiden Beamten zur Seite springen oder vielmehr fahren. Aber eben nur zeitweise.
Es handelt sich dabei um einen Kontaktbeamten aus Nordwest, der regulär dort seinen eigenen Bereich hat und eine Polizistin des Zentralen Einsatzdienstes, die normalerweise ihren Dienst auf einem Funkstreifenwagen versieht.
Das bestätigte gestern Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch nach Rücksprache mit seinem Revierleiter Wolfgang Fritzlar. Er erklärte weiter, dass die Situation “dem Abbau des Personals” geschuldet ist. Man arbeite aber an einer Lösung, erklärte Thomas Kriebitzsch auf weitere Nachfrage der Volksstimme.
So sollen in naher Zukunft zwei weitere Polizisten des Zentralen Einsatzdienstes für die Arbeit der Fahrradstaffel gewonnen werden, um ebenfalls sporadisch bei Einsätzen den beiden dauerhaften Fahrradpolizisten zur Verfügung zu stehen.
Allerdings: Überall sei die Zahl der Polizeibeamten abgebaut worden, bei der Fahrradstaffel falle dies besonders auf, so der Polizeisprecher, der übrigens früher selbst zur radelnden Truppe gehörte.
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Dokument erstellt am 07.05.2010 um 06:16:48 Uhr
Erscheinungsdatum 07.05.2010 | Ausgabe: mdx



